Neuer Blog vom 7.1.2022   Unternehmensnachfolge Verschiedene Wege der Nachfolge

Wenn wir von Unternehmensnachfolge sprechen, dann denken wir vor allem an familieninterne Übergaben und an die meist entgeltliche Übergabe, d.h. Veräußerung, des Unternehmens an Dritte.

Während die Übergabe an Dritte fast immer eine entgeltliche Veräußerung darstellt, gibt es bei der Übergabe innerhalb der Familie verschiedene Gestaltungen.

Auch hier kann es um eine entgeltliche Veräußerung handeln, wenn die Bedingungen der Übergabe vergleichbar sind mit denen einer Veräußerung an Fremde.

Daneben sind aber auch eigentlich (im Sinne der Schenkungs- und Erbschaftssteuer) unentgeltliche Übertragungen denkbar, bei denen aber auch Geld an den Übertragenden fließt.

Diese Gestaltungen sind immer dann sinnvoll, wenn der Übertragende noch finanzielle Zahlungen benötigt für seinen Lebensunterhalt oder weil er noch Zahlungen an die Familie vornehmen will.

Unterscheidungen zwischen den dabei möglichen Wegen sind anhand der einkommensteuerlichen weiteren Behandlung der Zahlungen vorzunehmen. Wenn es nur darauf ankommt dem Übertragenden einen gleichmäßigen regelmäßig fließenden Betrag zukommen zu lassen (Leibrente), dann kann nur ein Teil dieser Zahlungen steuerlich beim Verpflichteten geltend gemacht werden, während der Empfänger den entsprechenden Betrag versteuern muss.

Geht es aber darum den Zahlungsempfänger je nach den jeweiligen Lebensverhältnissen auch bei Veränderung der jeweiligen Situation zu versorgen, dann wird der gesamte Zahlungsbetrag steuerpflichtig bzw. kann beim Verpflichtet als Sonderausgabe geltend gemacht werden (dauernde Last).

In diesen Fällen ist aber immer die enge Beziehung zwischen beiden Parteien gegeben, die für beide Parteien eine Abhängigkeit begründet. Der Übertragungsvorgang ist in diesen Fällen eigentlich noch nicht beendet, sondern lebt latent weiter und stellt eine gewisse Unsicherheit  bezüglich der Sicherheit der Zahlungen dar.

Dies ist bei der jeweiligen Gestaltung zu beachten, insbesondere da bei Veräußerungsfällen vielfach als Finanzierende eine Bank auftritt, die insofern die Veräußerung gewissermaßen abschließt!