Neuer Blog vom 11.1.2022   Unternehmensnachfolge Gefährliche Betonung der steuerlichen Behandlung

Ich habe in den letzten Beiträgen über die steuerlichen Behandlungen von finanziellen Zahlungen bei an sich unentgeltlichen Unternehmensübertragungen gesprochen. Zu unterscheiden sind dort die „Leibrente“ und die „dauernde Last“.

Während bei der Leibrente die Zahlungen – abgesehen von einer inflationsbedingten Veränderung – konstant bleiben, verpflichten sich die Vertragsparteien bei einer „dauernden Last“ bei Veränderungen der persönlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse der Vertragsparteien zur Berechtigung, die Zahlungen zu verändern.

Das heißt, wenn z.B. der Nachfolger aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht mehr die Zahlungen erbringen kann, können die Zahlungen neu festgesetzt werden. Das könnte für den jetzt im Ruhestand stehenden Unternehmer enorme finanziellen Folgen haben. Die fest eingeplanten Beträge fallen weg, der Lebensunterhalt ist nicht mehr gesichert.

Warum dieser Weg der dauernden Last oft gewählt liegt in der Regelung, dass die Zahlungen der dauernden Last in vollem Umfang beim Zahlenden als Sonderausgabe steuerlich abgezogen werden (während der Berechtigte sie in vollem Umfang versteuern muss). Bei der Leibrente wird nur ein kleinerer Teil – der sogenannte Ertragsanteil – versteuert bzw. kann als Sonderausgabe geltend gemacht werden.

Die Attraktivität der dauernden Last liegt darin, dass im Allgemeinen der Nachfolger den höheren Steuersatz hat, also der Vorteil der Abzugsfähigkeit überwiegt und deshalb dieses Modell bevorzugt wird.

Bei Abschluss der Vereinbarung kann es sein, dass der Nachfolger sich von den Vorteilen blenden lässt und die möglichen Nachteile nicht sehen will. Das kann aber sehr gefährlich werden! Also Augen auf!