Neuer Blog vom 1.12.2021 Unternehmensnachfolge Die Geschichte vom Geschäftsmann

Beim Durchblättern von verschiedenen Büchern ist mir eine Geschichte

ins Auge gefallen, die mich nachdenklich gemacht hat wegen der Bedeutung,

die diese Geschichte auch heute noch hat, obwohl das Buch und diese

Geschichte schon etwas älter sind.

Es geht um eine Story, die Norman Vincent Peale in seinem Buch

Die Kraft positiven Denkens“ erzählt.

Jetzt folgt die Geschichte mit seinen Worten:

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Geschäftsmann, der eben 70 Jahre

alt geworden ist und sich aus dem von ihm gegründeten Betrieb zurückgezogen hatte.

warum schreiben Sie nicht ein Buch über die Kunst sich aus der Arbeit zurückzuziehen?“

fragte er mich. „ Das möchte ich gerne lesen. Zuerst dachte ich, es müsse herrlich sein,

einmal Ruhe zu haben und die Verantwortung auf meinen Sohn abzuwälzen. Jetzt aber

sehe ich, dass sich kein Mensch mehr für meine Meinung interessiert. Wenn ich in den

Betrieb komme, begrüßt mich jedermann freundlich, doch das ist auch schon alles.

Ich könnte geradezu überhaupt wegbleiben. Mein Sohn macht seine Arbeit ausgezeichnet,

doch ich hatte gehofft, man würde mich doch auch ein wenig benötigen.“

So dieser Geschäftsmann.“

Ich weiß jetzt, dass die Auflage des Buches aus 1952 stammt, nicht aber wann diese

Geschichte passiert ist, nur eines ist klar: diese Geschichte hätte auch heute noch

geschehen sein können. Es hat sich nichts geändert.

Der Unternehmer, der sich zurückgezogen hat, könnte auch heute noch dieses Gefühl

der Leere, nicht mehr gebraucht zu werden, verspüren. Gleichzeitig ist

dieses Gefühl der Überflüssigkeit auch als Angst bei vielen Unternehmern wahrzunehmen,

die ihr Unternehmen noch nicht abgeben wollen. Das Buch über die Kunst sich aus der

Arbeit zurückzuziehen, ist entweder noch nicht geschrieben, noch nahezu unbekannt

oder wird nicht beachtet.

Doch woher kommt diese Angst, dieses Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden? Oder

warum ist dieses Angst nicht großflächig zu besiegen?

Ohne große philosophische Überlegungen anzustellen, liegt eine Erklärung

ziemlich nahe. Der Unternehmer beschäftigt sich nicht mit dieser Frage während

seiner aktiven Tätigkeit, schiebt Fragestellung und Beantwortung auf die lange Bank,

schließlich haben für ihn Aufgaben des tagtäglichen Geschäfts, Vorrang, mit anderen

Worten das operative Geschäft überwiegt, strategische Fragen haben nicht die gleiche

Bedeutung.

Verbunden damit ist auch die Einstellung vieler Unternehmer ihr Unternehmen

als Herzensangelegenheit zu betrachten, die mit viel Herzblut betrieben wird. Für Fragen

der Nachfolge oder die Frage“ was kommt danach?“ verbleibt kein Raum.

Doch warum nicht?

Sind Gestaltung und Planung der Nachfolge nicht auch Bestandteile der

Unternehmensführung? Auch wenn das Beispiel von Leben und Tod in diesem Zusammenhang

eigenartig klingen mag, zum Leben gehört auch der Tod. Genauso wie die Geburt eines

Menschen zum Leben gehört, ist der Tod nicht vom Leben zu trennen.

Übertragen wir diesen Gedanken doch auch die Unternehmensführung!

Dann kommen wir automatisch auch dazu, zur Unternehmensführung nicht nur die

Gründung von Unternehmen zu betrachten, sondern auch die Nachfolge!

Ändern wir also unsere Einstellung! Die Planung und Gestaltung der Nachfolge ist

enorm wichtig. Dazu gehört auch die Beantwortung der Frage, was kommt danach?

Fangen Sie jetzt damit an!