Mein täglicher Blog vom 22.12.2020 – Kreditinstitute (un)geeignete Berater zur Unternehmensnachfolge?

Immer wieder stoße ich den Sozialen Medien oder in Werbeanzeigen auf das Angebot von Kreditinstituten Unternehmern bei der Nachfolge zu unterstützen. Gerade in den letzten Tagen fiel mir eine Anzeigenserie einer Sparkasse besonders auf.

Das führte bei mir zur Frage: Sind Kreditinstitute geeignete Berater im Bereich Unternehmensnachfolge?

Eine andere Frage ist die, ob Kreditinstitute bei der Durchführung einer Unternehmensnachfolge benötigt werden. Dies Frage kann ich ohne zu zögern beantworten. Ja. Banken und andere Kreditinstitute sind auf jeden Fall je nach Situation heranzuziehen. Sei es bei der vertrauensvollen Finanzierung einer Nachfolge oder aber hinsichtlich von öffentlichen Fördermaßnahmen. Da sind sie ohne Zweifel immer wieder ein notwendiger Partner, selbst unter dem Gesichtspunkt, dass es auch andere Finanzierungswege gibt.

Aber wie sieht es unter Beratungsaspekten aus? Da habe ich meine Bedenken. Wer wird im Allgemeinen für ein Kreditinstitut tätig? Ja richtig. Ein Angestellter. Der kann zwar sachliche Argumente vorbringen, aber es fehlt der emotionale Aspekt. Weiterhin hat ein Angestellter eine gewisse Sicherheit, was gleichmäßige Bezahlung seiner Tätigkeit angeht und er kann mit einer – vielleicht nicht ganz ausreichender – Altersvorsorge rechnen, die nicht nur die staatliche
Rentenversicherung sondern auch noch eine Betriebsrente beinhaltet. Das ist schon mal ein gewisser Gegensatz zum Unternehmer.

Vielleicht kommt noch ein weiterer Gesichtspunkt hinzu, der auch eintritt. Wie alt sind diejenigen, die im Geschäftsverkehr mit den Unternehmern zu tun haben? Sind sie gleichaltrig oder ein gutes Stück jünger als die Unternehmer. Das könnte auch einem guten Verhältnis entgegenstehen. Wie soll ein junger Spund in Fragen zur Nachfolge ein vertrauensvolles Verhältnis zu einem meist sehr viel älteren Unternehmer aufbauen?

Doch zwei weitere Argumente gegen die Kreditinstitute sind, zum Einen die Motivation auf dem Gebiet der Nachfolge tätig zu werden und die beiden bei der Nachfolge als Partner auftretenden Beteiligten als Kunden für weitere Produkte und Dienstleistungen anzusehen. Warum wll sich ein Kreditinstitut auf dem Gebiet der Nachfolgeberatung betätigen? Doch wohl in erster Linie, um den Kunden zu halten und die Kundenbeziehung zu vertiefen, doch vielleicht auch um weitere Kenntnisse über den Unternehmer zu erhalten.

Diese beiden Punkte halte ich für sehr gefährlich; der Banker wird damit zu jemandem, der nur seine eigene Position vertritt.

Aus dem oben Gesagten folgt meine Meinung, dass Banken nicht die geborenen Berater bei der Nachfolge- zumindest nicht in führenden Positionen – zu sehen sind, aber bei Fragen der Finanzierung notwendig sein können.

https://www.youtube.com/watch?v=hljlRwrMnfs