Mein täglicher Blog vom 21.12.2020 – Falsche Glaubenssätze 2 „hart arbeiten“

Wenn ich mich an meine frühe Jugendzeit und an die Zeit meines Studiums erinnere, so galt für mich der Grundsatz, nur durch harte Arbeit kann man es zu etwas bringen. Das galt für mich nicht nur für alle Angestellten, sondern auch und vor allem auch für Unternehmer.

Ein Unternehmer arbeitet 6-7 Tage in der Woche mindestens 10-12 Stunden. Auch zu unregelmäßigen Zeiten und durchaus auch nachts.

Dass es auch anders geht -zumindest auf legalem Wege- kam mir nicht in den Sinn.

So wie ich mir ein Bild von der Arbeit eines Unternehmers machte, so sehr sieht auch das Bild aus, das sich viele Unternehmer von ihrer Tätigkeit machen. Sie übernehmen Aufgabenbereiche, die eigentlich für drei Personen gedacht sind. Damit sind sie auch überfordert, sowohl hinsichtlich der Durchführung dieser Aufgaben als auch hinsichtlich der Qualität. Und vor allem sie füllen nicht die klassische Rolle eines Unternehmers aus, sondern haben sich ein neues Hamsterrad geschaffen, sie tauschen Zeit gegen Geld, zwar oft auf hohem Niveau, aber es bleibt dabei, dass ihr Arbeitseinsatz nach Zeit bezahlt wird.

Deshalb ist auch das Bild vom hart arbeitenden Unternehmer allgegenwärtig, der nur auf diese Weise erfolgreich werden kann. Doch es geht auch anders!

Folgende Schritte könnten dem Unternehmer helfen, statt hart intelligent zu arbeiten.

  1. Feststellen welche Tätigkeiten könnte der Unternehmer aufgeben, abgeben oder delegieren.
  2. Feststellen welche liegengebliebene Tätigkeiten von strategischer oder von besonderer Bedeutung könnte er jetzt umsetzen,
  3. Diese Tätigkeiten umsetzen und den Wert dieser Maßnahmen bestimmen.

Um welche wichtigen Tätigkeiten und Maßnahmen es sich handelt, kann natürlich von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein. Zu nennen wären aber weitere Automatisierungs- und Digitalisierungsmaßnahmen, Ausweitung des Absatzgebietes ihrer Produkte und Dienstleistungen, Weiterentwicklung von Produkten etc.

Vorrangig sind mit Sicherheit Automatisierung und Digitalisierung. Denn diese Tätigkeiten ermöglichen es dem Unternehmer endlich auch intelligent zu arbeiten.

Und hier erschließt sich auch die Beziehung dieses Thema zur Unternehmensnachfolge.

Der Unternehmer erhöht den Wert seines Unternehmens und damit die Attraktivität seines Unternehmens, er vermindert die Abhängigkeit seines Unternehmens von seiner Person und erhöht die jederzeitige Möglichkeit sein Unternehmen abzugeben und zu übertragen und zu verkaufen.

Schlussfolgerung daraus ist,

weg aus der Anforderung „hart zu arbeiten“ und hin zu „intelligent arbeiten“.