Hier möchte ich folgende Begebenheit erzählen.

Kapitel 1

Ein mir bekannter Unternehmer sagte mir…

(im Folgenden erfolgt die Geschichte des Unternehmers):

„Nach einem langen arbeitsreichen Leben musste ich feststellen, alle die unten als wichtige Ereignisse dargestellten Punkte habe ich früher vollkommen falsch oder anders beantwortet bzw. darauf reagiert.

Das fing an bei der Krankenkassenwahl als gut verdienender  Angestellter. Ich wählte die private Krankenkasse ohne an eine weitere Planung mit Familie und Kindern und evtl. damit zusammenhängender Kosten zu denken. Ich sah nur kurzfristig die Möglichkeit mich privat  zu versichern, konnte die Folgen aber nicht abschätzen, vor allem deswegen nicht weil ich zu der Zeit an Familienplanung nicht gedacht habe. Ich hätte mich anders entschieden.

Dann erfolgte die erste Investition in eine selbst genutzte Immobilie mit meiner Freundin, ohne an Folgen wie Trennung etc zu denken. Auch die Frage, was folgt, wenn einem von uns etwas passiert, wer erben würde, haben wir erfolgreich aus unseren Gedanken verdrängt. Wir haben uns nicht beraten lassen, haben auch keine eigene Nachforschung betrieben.

Ein weiteres einschneidendes Ereignis war die Heirat mit meiner Freundin. Es folgten keine Handlungen oder wenigstens Diskussionen, ob ein anderer Güterstand gewählt werden sollte als der gesetzliche. Wenn Gedanken dazu vorhanden waren blieben sie nicht offen ausgesprochen.

Wir waren zwar nicht blind gegenüber der Tatsache, dass viele Ehen auch geschieden werden und oft mit Streit, wir waren aber sicher – und sicherlich waren wir damit nicht allein- dass wir unsere Ehe auch lebenslänglich durchhalten werden. Dennoch haben wir die Frage verdrängt, welche Folgen beim Tod des einen Partners eintreten werden, wer erbt und ob es Streit geben könnte. Zumindest hatten wir uns mit der Problematik nicht befasst und wollten es auch nicht. Es war uns nicht klar, dass eine“Nichtentscheidung“, wie der Gesetzgeber es zulässt, doch eine Entscheidung ist, nämlich alle Probleme in die Zukunft zu schieben und hoffe, das kein Streit entsteht.

Dann folgten die Geburten unserer Kinder. Auch hier keine Überlegungen, was passieren könnte, wenn mir als Alleinverdienender etwas passieren könnte; keine Frage ob meine Frau die Immobilie veräußern könnte bzw. ob irgendwelche Stellen ein Mitspracherecht hätten.

Dann 1989 das Eingehen einer Gesellschaft. Weder im Gesellschaftsvertrag noch aus Sicht meiner Familie wurden sinnvolle Regelungen in den Gesellschaftsvertrag eingebaut bzw. es erfolgte keine Abstimmung mit der Erbfolge. Ich habe zwar ein Testament errichtet, aber meine Ehefrau nicht.

Dann erfolgten in den 90er verschiedene Investitionen in Immobilien. Dabei habe ich nicht beachtet, die Einbeziehung der Familie, Berücksichtigung von Überlegungen wie Absicherung der Ehefrau und der Kinder. Ebenso habe ich nicht berücksichtigt , dass ein gewisser Aufwand für die Beaufsichtigung der Investition notwendig ist.

Dann Umwandlung der Personengesellschaft in eine GmbH. Auch hier wieder keine Berücksichtigung von Fragen der Nachfolge, Absicherung der Familie.

Die Gründe für die Umwandlung waren zum Teil aus Gründen der Finanzierung des beabsichtigten Erwerbs einer zu Wohnzwecken genutzten Immobilie.

Weitere Investitionen und Kooperationen folgten, auch hier ist das gleiche Schema zu beobachten, nur einseitige Betrachtung in erster Linie aus operativer Sicht zumindest aber nicht vollständig.

Diese ganzen Ereignisse blieben zunächst ohne Folgen. Die möglichen Gefährdungen blieben vorerst aus. “

Dies ist der erste Teil.

Bezeichnend für all diese Ereignisse und die Behandlung durch den Unternehmer und seine Familie sind das Ausblenden von Fragen und möglicher Folgen und vor allem der Verzicht auf eine außenstehende Beratung.

Darum hier noch mal der Hinweis auf wichtige Ereignisse, die von verschiedenen Seiten betrachtet werden sollten und zu denen außenstehende fachkundige Berater hinzugezogen werden sollten.

Kapitel 2

Ein mir bekannter Unternehmer hatte mir erzählt, was er im Laufe seiner Tätigkeit alles falsch gemacht bzw.ohne viel Nachdenken oder ohne weitere Planung gemacht hatte und was er heute anders handhaben würde.

Das fing mit der Frage an, ob er die private Krankenversicherung wählen sollte, ging über den Immobilienerwerb mit seiner damaligen Verlobten weiter, führte über Heirat ohne über Güterstandswahl nachzudenken bis zur Geburt der Kinder.

Jedesmal gab es keine Frage ob irgendetwas passieren könnte, oder welche Pläne er hatte.

Selbst das Eingehen einer Gesellschaft oder die Gründung eines eigenen Unternehmens führte nicht zur Planung oder Gestaltung einer möglichen Nachfolge oder zur Sicherung des Vermögens durch Vereinbarungen, Testament etc.

Beim Erwerb einer zweiten Immobilie zur Selbstnutzung erfolgt etwas Merkwürdiges. Unser Unternehmer erwirbt die Immobilie gemeinsam mit seiner Ehefrau in Gesellschaft bürgerlichen Rechts.Ein zweifellos guter Gedanke. Doch dabei blieb es. Es erfolgte kein schriftlicher Gesellschaftsvertrag, auch in der Zukunft wurde von der Idee gestalten zu können, kein Gebrauch gemacht.

Weder bei der Gründung der Unternehmen , Gesellschaften oder der anderen Immobilienerwerbe hat sich unser Unternehmer Gedanken über Nachfolge, Sicherung des Vermögens gemacht.

Das Gemeinsame an allen Ereignissen ist dass keine Strategie dahintersteckte, keine Pläne, Keine Fragen, was passieren kann und welche Möglichkeiten ihm offenstünden. Immer waren das Alltagsgeschäft, die Routine, das operative Geschäft vorrangig. Die hat sich enorm gerächt.

  • Welche Mittel sind aufgewendet worden, um die Krankenversicherung für Ehefrau und Kinder zu bezahlen?
  • Welche Gestaltungsmöglichkeiten hätte es gegeben, Kranken und Rentenversicherung anders zu gestalten?
  • Wie hätte man die Immobilie und das Vermögen des Unternehmers sichern können?

Die Quintessenz aus allem ist, der Unternehmer hätte sich Zeit nehmen sollen, nach seinen Zielen fragen, nach Plänen. Und vor allem hätte sich informieren und sicherlich auch beraten lassen sollen.

Die ist alles nicht passiert. Das operative Geschäft geht vor, strategische Fragen bleiben auf der Strecke.

Bezeichnend für all diese Ereignisse und die Behandlung durch den Unternehmer und seine Familie sind das Ausblenden von Fragen und möglicher Folgen und vor allem der Verzicht auf eine außenstehende Beratung.

Darum hier noch mal der Hinweis auf wichtige Ereignisse, die von verschiedenen Seiten betrachtet werden sollten und zu denen außenstehende fachkundige Berater hinzugezogen werden sollten.

 Kapitel 3

Anmerkungen

Ich bin in den letzten Wochen verschiedene Male auf meine Blogbeiträge zu den wichtigen Ereignissen im Leben eines Unternehmers angesprochen worden, ob es nicht reichlich blauäugig wäre zum Zeitpunkt einer Heirat oder Geburt eines Kindes von so schwerwiegenden Themen wie Tod, Nachfolge und Erbe zu sprechen oder zu schreiben. Doch, wenn nicht zu diesem Zeitpunkt, wann dann?

Es ist doch sinnvoll etwas zu planen, umzusetzen oder zu vereinbaren, wenn ein Ereignis eintritt oder eine Handlung, Vertrag oder Vereinbarung erfolgt. Nun will ich eine Heirat nicht mit einem Vertrag gleichsetzen, doch hat sie viele Ähnlichkeiten mit einem Vertrag. Zwei Personen vereinbaren ein lebenslanges Zusammenleben mit weitreichenden menschlichen, sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen.

Denn was passiert bei einer Heirat? Je nach Güterstand treffen zwei Personen (ausdrücklich oder stillschweigend) neben einem Zusammenleben weitreichende wirtschaftliche Vereinbarungen über Vermögen, Einkommen und Unterhalt.

Je nach Güterstand kann Vermögen übertragen werden, den Partner am Wertzuwachs teilhaben lassen oder eine vollständige Vermögenstrennung erreicht werden.

Dabei werden 2 Güterstände durch eine bewusste aktive Handlung erreicht, während der gesetzliche Güterstand – die Zugewinngemeinschaft auch durch Unterlassung erfolgen kann, allein dadurch, dass kein anderer Güterstand oder Vereinbarung gewählt bzw. getroffen wird.

Mit anderen Worten bei dem Güterstand der Gütertrennung und dem der Gütergemeinschaft ist eine aktive Handlung (beim Notar) notwendig, während es bei der Zugewinngemeinschaft ausreicht nichts zu vereinbaren. Das bedeutet, man hat durch Nichtstun eine Entscheidung getroffen, die schwerwiegende Folgen haben kann, die aber erst in weiter Ferne liegen und die in ihren Ausmaßen und in ihrer Bedeutung total unbekannt sind. Der Gesetzgeber fördert also bzw. begünstigt die Zugewinngemeinschaft als gesetzlichen Güterstand; denn es ist einfacher für die handelnden Personen nichts zu tun, als aktiv eine Entscheidung zu treffen.

Doch was bedeutet das?

Wird eine Ehe durch Scheidung beendet, so werden sich die Eheleute über einen möglichen Zugewinn auseinandersetzen müssen. Streit, zumindest unterschiedliche Auffassungen sind vorprogrammiert. Probleme und unterschiedliche Auffassungen werden zu einem Zeitpunkt aktuell und werden erörtert, in dem das Vertrauensverhältnis der bisherigen Eheleute schon arg zerrüttet ist, ein denkbar schlechter Zeitpunkt.

Nicht viel anders ist es bei dem Tod des einen Ehegatten. Auch hier kann es zu Streit unter den Erben kommen, wenn der überlebende Ehegatte den Zugewinn fordert (und damit nur den kleinen Erbteil von einem Viertel erhält). Die Höhe des Zugewinns kann zu großen Streitigkeiten führen.

Doch es sind nicht nur Fragen hinsichtlich Streitigkeiten, die eventuell in der Zukunft die Familie bedrohen, sondern das Vermögen insgesamt oder Teile vom Vermögen können durch Scheidung und oder Tod bedroht sein. Besteht das Vermögen weitgehend aus Unternehmen und / oder Immobilien so kann ein möglicher Zugewinn nur aus der Veräußerung dieser Vermögensteile bestehen, wenn man von einer Beleihung einmal absieht.

Das Vermögen ist also stark gefährdet.

95 % aller Ehepaare leben nach einer Untersuchung im Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Ihnen wird nicht bewusst sein, vor welchem Pulverfass sie sitzen.

Doch muss das sein?

Was macht diesen Güterstand so gefährlich für Vermögen und den Familienfrieden?

Das Gefährliche an diesem Güterstand ist, dass er ohne ein Zutun der einzelnen Personen erfolgen kann, dass er vorgaukelt es gäbe keine Probleme, da die Ehe auf Lebenszeit begründet würde und falls sie beendet wird, dass die anfallenden Aufgaben und Probleme einfach bewältigt werden. Doch es ist ganz anders.

Ehen werden geschieden. Auf 100 im Jahr geschlossene Ehen fallen 43 im gleichen Jahr geschiedene Ehen (einfache Scheidungsrate), die Wahrscheinlichkeit, dass eine geschlossene Ehe geschieden wird, beträgt ebenfalls zwischen 40 und 50 %. Wir sehen also, die Bekundung der Ehepartner ein Leben lang sich die Treue zu halten, ist zwar aller Ehren Wert, aber die Wahrscheinlichkeit beträgt nur rd. 50%.

Drücken wir das doch mal positiv aus, die Wahrscheinlichkeit geschieden zu werden, ist 50 %. Wenn Sie in ein Auto steigen würden, mit der Gewissheit, dass Sie zu 50 % einen Unfall erleiden würden, was würden Sie tun? Nicht in das Auto einsteigen oder nie Auto fahren oder eine Versicherung abschließen? Oder noch mal den Führerschein machen?

Egal, wie Sie sich entscheiden, entweder Sie würden handeln, oder der Staat würde einschreiten (er hat es ja schon getan, siehe Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs, Führerschein, Kfz-Versicherung).

Doch bei Heirat geht es anscheinend nicht. Da ist es verpönt nicht nur das Schöne zu sehen, sondern auch sich auch Gedanken über die Zukunft zu machen, sogar eine eventuelle spätere Trennung in Betracht zu ziehen. Es geht auch nicht darum in harten und schweren Verhandlungen Verträge auszuhandeln und Vereinbarungen zu treffen, sondern eine ausgewogene wirtschaftlich für beide Seiten vernünftige Lösung zu finden, die später bei Tod oder Scheidung allen Beteiligten gerecht wird. Seien wir doch uns gegenüber ehrlich, wir gehen doch auch jederzeit erst nach sorgfältiger Prüfung Verträge ein, sei es der Kauf eines Autos oder der Abschluss eines Handyvertrages. Warum sollten wir das bei Heirat anders machen?

Die Betonung liegt dabei auf eine wirtschaftlich (und menschlich) vernünftige Lösung, die von allen Beteiligten getragen wird. Es gilt also zu ermitteln, was für die Beteiligten die richtige, d.h. wirtschaftlich sinnvolle und gewünschte Lösung ist. Die rechtliche Vereinbarung folgt nur den gesetzlichen Bestimmungen für die Form der Vereinbarung, also hier die notarielle.

Finden Sie für sich  (oder mit Hilfe anderer) die für Sie richtige wirtschaftliche und menschliche Lösung; dann packen Sie es mit rechtlicher Unterstützung in die richtige Form.

Projekt spezielle Ratgeber „wichtige Ereignisse im Leben eines Unternehmers“

Art der Ereignisse

 

Gründung Unternehmen

  • Fragen
  • Einzelunternehmen
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts
  • Personengesellschaft
  • Kapitalgesellschaft
  • Haftung
  • Nachfolge
  • Beständigkeit/Nachhaltigkeit
  • Folgen
  • Möglichkeiten

Erwerb Immobilien

  • Wer erwirbt?
  • in welcher Form
  • Auswirkung von Nachfolge


Erwerb Vermögensanlagen

  • Wer erwirbt?
  • in welcher Rechtfsorm?
  • übertragbar?
  • vererbbar?
  • Wer erbt?

Eingehen einer (informellen) Partnerschaft

  • Fragen
  • Folgen
  • Maßnahmen
  • bestimmte Aktionen Ereignisse

Heirat

  • Folgen
  • Fragen
  • Maßnahmen

Geburt eines Kindes

  • Folgen
  • erbrechtliche
  • tatsächliche
  • Unterhalt
  • Vertretung
  • Fragen
  • Maßnahmen

Änderung Rechtsform Unternehmen

  • Folgen

Volljährigkeit von Kindern

  • Wegfall Vertretungsbefugnis der Eltern
  • Pflichtteilansprüche

Tod von Familienangehörigen

  • Handlunsanweisungen
  • Folgen
  • Eltern
  • Ehegatte
  • Kinder
  • Streitmöglichkeiten

Voraussichtliche Unterbringung in Pflegeheimen

  • Vollmachten
  • Finanzielle Fragen
  • Vorsorge

Ausbildung der Kinder

  • Im Einklang mit möglicher Nachfolge
  • Kosten
  • Fähigkeiten
  • Früh

Versicherungen

  • Nutzen
  • andere Folgen/ Konsequenzen
  • in Übereinstimmung mit Lebensplan

Scheidungen

Tipps

  • Vorweggenommen Erbfolge